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Eindrücke und Erlebnisse Helgoland 2012


I. Teil:
1.- 5. Tag - Ankommen und Einstellen

Heute, am Montag, 03.12.2012, dem 5. Tag (schon!) der Reise, finden wir zum ersten Mal Zeit und Muße, einen Teil unseres Berichts zu verfassen. Im letzten Jahr berichteten wir in facebook . Dieses Mal möchten wir anders vorgehen und hier auf Dirk's Webseite unter Aktuelles regelmäßig berichten. Schaut einfach immer wieder mal auf diese Seite.

Anreise und Überfahrt verliefen problemlos, die ersten Impressionen sehen Sie oben in der Galerie.
Bei unserer Ankunft auf Helgoland herrschte strahlender Sonnenschein, ein gutes Zeichen? Auf die Düne haben wir es nicht mehr geschafft, doch ein erster Spaziergang über den Nordstrand auf das Oberland hat uns gleich wieder die besondere Atmosphäre dieser Insel näher gebracht und uns den Kopf durchgepustet.

Die ersten zwei Tage auf der Düne waren wie immer ein besonderes Erlebnis. Mittlerweile sind bereits 92 Kegelrobben-Geburten erfasst worden - das wird ein neuer Rekord. Fotografisch gesehen, empfindet Dirk es immer mehr als eine Herausforderung, denn bei so vielen schönen Bilder wird es wirklich schwer, sich zu differenzieren. Und dann auch noch die Wetterverhältnisse: Bewölkung ist dominierend, zum Glück regnet es kaum. Und der versprochene Schnee, der im übrigen Deutschland für Aufregung sorgt, kommt (leider) hier nicht an.

Und heute wartete Dirk ca. 5 h vor einer hochschwangeren Kegelrobbe - diese lag an einem fotografisch guten Platz, der einen ruhigen Hintergrund versprach. Tja, aber leider geschah nichts. Dann kam ein Anruf: Robbengeburt steht bevor - ein hoch auf die moderne Technik. In 3-4 min waren wir da, gerade noch rechtzeitig, um die Geburt mitzuerleben. Das sind die Momente, für die sich das Warten lohnt, auch wenn es dann an einer anderen Stelle passiert. Vier Bilder anbei:


Es geht los, die kleine Robbe ist schon ziemlich weit heraus.


Fast geschafft.


Etwas erschöpft und noch teilweise mit der Fruchtblase bedeckt - aber auf der Welt!


... und als Erstes ein Begrüßungsküßchen von Mutti.


6. Tag, Dienstag, 4. Dezember

Wettervorhersage: bewölkt, Regen am Vormittag, Wind bis zu 6 bft. Dirk hat die 9 Uhr Fähre genommen - vorher ein Anruf: die Robbe, bei der er 5 h auf die Geburt gewartet habe, hatte nun ihr Junges zur Welt gebracht, wahrscheinlich noch in der Nacht. Auch ok und schön für das Kleine. Kaum war Dirk auf der Düne, wieder ein Anruf: eine andere Robbenkuh wäre schon sehr weit, es hätte keine Eile, aber... Also ist er direkt durchgelaufen, am Flughafen vorbei und zu der schon wartenden kleinen Gruppe an Fotografen bzw. Tierliebhabern. Fotografisch nicht ganz so gut: viele Algen bewirken einen dunklen Hintergrund, fleckig. Aber egal, vielleicht dreht sie sich noch, vielleicht geht es von einer anderen Position aus? Nach ca. 1 h: nichts. Außer einem Besuch von einem Bullen der umgehend von dem "Platzhirsch" vertrieben wurde. Aber er kam wieder und da mußte sich die Robbenkuh schon seiner Avancen erwehren - oder war es geneckt? Wie dem auch sei, der Geburtsvorgang wurde sichtbar unterbrochen, die Kuh ging anschließend erst mal ins Wasser! Das ist bei Robben natürlich kein Problem, sie kommen da gut zurecht. Tja, und wir sind dann erstmal wieder auf Tour gegangen. Um ca. 12:30 war sie wieder da und, es sah gut aus.

Auf einmal ein Winken: in ca. 100 m Entfernung zwischen den Betontetrapoden der Küstenbefestigung sei es schon sehr fortgeschritten, die Geburt stehe unmittelbar bevor. Das hörte sich so an wie gestern (s.o.) und somit sind wir schnell dorthin gelaufen. Der Anblick war klar:


Ein Stück der Fruchtblase war bereits in der Vagina zu sehen, die Robbe lag gut sichtbar da, auch wenn die Umgebung nicht unbedingt typisch ist.


Aber wenn man mit 800 mm fotografiert, dann wird das Bild schon besser, wie man sieht.

Und wie geht es weiter? Nun, es war immer Action: zum einen wiederum durch einen Bullen, aber das war nur kurz. Zum anderen aber durch einen Radschaufler, der unsere kleine Ansammlung von Beobachtern zum Anlass nahm, mal nach dem Weg zu fragen. Kurzum: die 16:00 Uhr Fähre nahm uns mit, ohne daß wir Bilder der Geburt auf dem Chip hatten. Also gut, morgen ist auch wieder ein Tag!

.... und am nächsten Morgen lag das zufriedene Kleine neben seiner Mutter. Alles i.O.


II. Teil:
7. - 11. Tag (5. - 9. Dezember) Hochseewinter

Es gibt viele schöne Plätze auf der Welt, die uns faszinieren, aber nur wenige, die uns immer wieder anziehen. Schaut einfach, warum das so ist.

Keine Angst vor Erfrierungen. Mit ca. 2°C Durchschnittstemperaturen ist der Winter hier recht mild - ab und zu kommt noch ein bißchen Wind dazu. Dann saust die gefühlte Temperatur in den Keller.
Mit entsprechend guter Kleidung kann man in aller Ruhe beobachten und immer etwas Neues entdecken...

 

III. Teil
12. - 15. Tag (10. - 13. Dezember) Meer Gedanken

"Irgendwo ins grüne Meer" von James Krüss

Irgendwo ins grüne Meer
Hat ein Gott mit leichtem Pinsel,
Lächelnd, wie von ungefähr,
Einen Fleck getupft: Die Insel!
Und dann hat er, gutgelaunt,
Menschen diesem Fels gegeben
Und den Menschen zugeraunt:
Liebt die Welt und lebt das Leben!

Die Düne von Helgoland ist wirklich etwas Besonderes. Die letzten 3 Tage waren wieder voller Erlebnisse: Sonnen- und Schneeschauer, neue Geburten, hübsche Robbenbabys, elegante Robbenkühe, imposante Bullen und ihre Kämpfe. Übrigens, es wird einen neuen Geburtenrekord geben, mit 141 wurde bereits heute (13.12.12) die Gesamtzahl des Winters 2011/12 erreicht.

 

IV. Teil
16. - 18. Tag (14. - 16. Dezember) Der Kreis schließt sich

Mit (Stand 15.12.2012) 145 Geburten ist zum einen der Rekord des letzten Winters übertroffen, zum anderen aber auch der Höhepunkt der diesjährigen Wurfsaison überschritten. Die meisten Robbenkühe sind wieder empfangsbereit und auch die Bullen merken das. Revierkämpfe finden jetzt häufiger statt und man kann auch die eine oder andere Kopulation beobachten. Die Weibchen haben zum Teil erheblich an Gewicht verloren, während die Jungtiere fett und träge geworden sind - aber das wird sich geben, denn sobald der Fellwechsel beginnt, werden die Mütter sie verlassen und nicht mehr mit der fettreichen Milch versorgen. Dann zehren die Jungtiere von ihren Reserven und sobald diese aufgebraucht sind, müssen sie ins Meer, um ihren Hunger zu stillen. Und dann wachsen sie heran, um hoffentlich in 6 Jahren, wenn sie geschlechtsreif geworden sind, auf der Düne von Helgoland ihren Nachwuchs zu gebären. Die Bullen werden weitere 4 Jahre benötigen, um das nötige Kampfgewicht für eine erfolgreiche Revier- bzw. Paarbildung zu erreichen. Ob sie allerdings nach Helgoland zurückkehren oder ihr Glück in Schottland oder Norwegen versuchen werden, ist völllig ungewiß.

Für uns ist allerdings gewiß, daß wir zurück nach Hause fahren. Die Funny Girl hat uns bereits mitgenommen, wir sind in Cuxhaven und werden morgen zurück in Mannheim sein. Wir hoffen, der Bericht hat Euch gefallen. Über Rückmeldungen jedwelcher Art direkt per Email oder über facebook würden wir uns freuen.

Nachtrag: Die Kegelrobben-Saison endete am 01. Febr. 2013: 168 Jungtiere wurden i.d. Z. von Nov. 2012 bis Feb. 2013 geboren. Ein neuer Rekord. Im Vergleich zu 2011/2012: 141 Geburten; 2010/2011: 100 Geburten.

 


Petra & Dirk Funhoff

 
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