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Gran Paradiso - was gibt es hier denn Besonderes?
Mammuts!


Das wäre fast als Antwort durchgegangen, wenn die Steinböcke ihre Hörner nicht in die andere Richtung tragen würden...
Es gibt bis dato keine genaue Erklärung, warum dieses vor ca. 14 Millionen Jahren erschienene Tier seine letzte Zuflucht in den Bergen des Gran Paradiso gefunden hat. Von daher wollten wir die "Majestäten der Berge" gerne einmal persönlich treffen. Um dieser Frage etwas näher auf den Grund zu gehen, fuhren wir im Juni 2017 zum Gran Paradiso, dem ältesten Nationalpark Italiens.Auch schon deswegen, weil Dirk im Zeichen des Steinbocks geboren wurde. Wußten Sie, dass Steinbock und Fische eine wunderbare Verbindung haben? Sie ergänzen sich gut. Die Fische-Frau bringt etwas Zauberhaftes, Romantisches ein, was der Steinbock nicht so hat, dafür gibt er Sicherheit und ein gutes Lebensgefühl. - Jetzt aber zum eigentlichen Thema:

Von uns aus ist der Gran Paradiso, im Aostatal/ Norditalien am kürzesten über die Autobahn Richtung Basel, dann durch den Tunnel des Großen Sankt Bernhards in der Schweiz zu erreichen. Nach rd. 600 km und einer reinen Fahrzeit von ca.7h kamen wir in Cogne an und waren mitten im Fotografen-Paradies.

Die Gemeinde-Dörfer Cogne, Valsavarenche und Rhêmes-Notre-Dame bilden das Aostatal. Dieses bietet für Spaziergänger, Wanderer und Fotografen eine wunderschöne Landschaft mit einzigartigen Ausblicken, Touren und Motiven. Da wurde uns schnell klar, daß wir in den knapp 4 Tagen lediglich einen kleinen Einblick gewinnen können.

In den Wäldern der Täler waren wir von Lärchen, Rottannen, Zirben und Weiß-Kiefern umgeben. Stiegen wir weiter hinauf, trafen wir auf Almen, für deren Blumenreichtum wir Anfang Juni noch zu früh waren - die im Sommer aber sicher prächtige Makromotive bieten. Gingen wir weiter, trafen wir auf felsiges Gelände.

In den Nadelwäldern und auf den Wiesen des Tals von Valmontey sahen wir Gemsen und, weit(er) entfernt, Murmeltiere. Beim Blick in den Himmel erspähten wir Adler. Im benachbarten Tal von Valsavarenche sahen wir an 2 Abenden eine kleine Herde männlicher Steinböcke. Nur Bartgeier, Luchs und Fuchs versteckten sich gut vor unseren Augen, letztere sollen dennoch relativ zugänglich sein, heisst es.

Ein Besuch im Botanischen Alpengarten "Giardino Alpino Paradisia" rundete unsere Zeit ab, allerdings blühten von den über 1.000 Pflanzenarten aus den Alpen und den Bergketten der ganzen Welt noch nicht viele. Es war zu früh, was wir aber bei einem nächsten Besuch berücksichtigen werden. Uns gefällt es, wenn wir uns ohne besonderes Verstecken in Auto, Ansitzhütten oder Tarnanzügen zwischen den Tieren bewegen, diese beobachten und eben auch fotografieren können. Das ist hier gut möglich und ergibt sich aus der besonderen Geschichte dieses Parks:
Der Park
Der Gran Paradiso erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 70.000 Hektar und reicht von der nur 800 m hoch gelegenen Talsohle bis hinauf zum Berg Gran Paradiso mit seinen 4.061 m.

Der Steinbock ist das Symbol des Parks. Er ist einigermaßen zutraulich, man sieht ihn häufig beim Weiden auf den saftigen Wiesen der Täler. Während die männlichen Tiere, die an ihren langen gebogenen Hörnern zu erkennen sind, in kleinen Gruppen leben, bleiben die weiblichen Tiere (wesentlich kürzere Hörner) in höheren Lagen und beim Nachwuchs.

Die Geschichte des Nationalparks Gran Paradiso ist eng mit dem Schutz der hier lebenden Steinböcke verbunden. Mitte des 19. Jahrhunderts galt der Steinbock als stark vom Aussterben bedroht, denn zur damaligen Zeit galten alle Körperteile als gute Medizin, sodass Apotheker hohe Preise dafür zahlten. Mit dem Ergebnis, dass die Alpensteinböcke hemmungslos gejagt wurden. Nur in einem Jagdgebiet des italienischen Königs haben etwa 50 bis 100 Tiere überlebt. Warum?

1856 erklärte der damalige König Viktor Emanuel II. das Gebiet rund um den Gran Paradiso zum königlichen Jagdrevier - und bewahrte die Tiere somit vor der Ausrottung. Die Gründung eines spezialisierten Wachkorps und die Errichtung eines Wegesystems zum Schutz der Fauna, das gleichzeitig als Wanderroute diente, gehen ebenfalls auf seine Initiative zurück. König Viktor Emanuel III. stiftete das Naturreservat 1920 dem italienischen Staat, der es in einen Naturschutzpark verwandeln sollte. Die Gründung des ersten italienischen Nationalparks erfolgte dann 1922. Neben dem Steinbock ist auch die Gemse stark vertreten - sie ist scheuer und daher schwieriger zu beobachten und zu fotografieren.

Ein weiterer lustiger Bewohner ist das Murmeltier. Diese sahen wir auch beim Fressen auf den saftigen Weiden. Ein bisschen haben sie uns an Ziesel erinnert, nur sind die Murmels viel größer! Gute Fotos gelangen uns nicht, dazu waren sie zu weit weg.

Das Wetter war viel besser als prognostiziert, die Unterkunft und das Essen hervorragend. Und wie immer war unsere Zeit vor Ort viel zu kurz. Gerne hätten wir das eine oder andere Fotomotiv noch angetroffen oder in ein besseres Licht gerückt. Auf jeden Fall ist uns das Aostatal eine (weitere) Reise wert. Was in uns bleibt:

"Gran Paradiso - das ganz besondere Etwas in den Grajischen Alpen (Westalpen)"

Zur Betrachtung der Einzelbilder auf das Bild klicken

 

 

Ich freue mich auf Fragen oder Kommentare - gerne per E-Mail oder über facebook >> Dirk Funhoff - Naturephotography



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