Dirk Funhoff Naturfotografie

Bayerischer Wald - erster und ältester Nationalpark und einziger Urwald Deutschlands

"Wohin in die Ferne schweifen, wenn das Virus ist so nah?"

Das fragten wir uns Ende Juni, als Wetter und Inzidenzzahlen besser wurden und wir eher eine touristische Tour unternehmen wollten.
Es sollte weiter weg von zu Hause sein, um mit "home-office-arbeiten" nicht rückfällig zu werden. Dennoch sollte es auch etwas Erholung werden, ohne groß auf Entdeckungstouren gehen zu müssen. Gleichzeitig wollten wir auch wieder schnell zu Hause sein, sollten sich Inzidenzen, Einreisebedingungen uvm. kurzfristig ändern. Schlussendllich entschieden wir uns für eine Woche Bayerischer Wald/ Zwiesel-Rabenstein.

Die Wetterprognosen waren alles andere als gut. Sie lauteten am 11.07.21:

Ab Montagnachmittag rechnet der DWD mit weiteren Gewittern, Starkregen, Hagel und Sturmböen. In den Regionen BW, RLP und BY soll es besonders ungemütlich werden...

Egal wie das Wetter auch werden sollte, wir wollten raus in die erholsame Natur; packten entsprechende Kleidung ein und fuhren los. Auf der ganzen Hinfahrt war Dauerregen. Unsere Fahrzeit verlängerte sich um 1,5 h als prognostiziert und am Urlaubsziel wurden wir ebenfalls von Starkregen gegrüßt. Kaum hatten wir unser Zimmer bezogen, die Reisetaschen ausgepackt, hörte es zu regnen auf, der Himmel lichtete sich und wir konnten unseren wohlverdienten Nachmittagskaffee auf der (überdachten) Panorama-Terrasse des Hotels genießen. "Nomen est Omen". Und als wir nach dem Abendessen noch einen kleinen Verdauungsspaziergang auf dem Panoramaweg machten, zeigten sich die letzten Sonnenstrahlen und ließen das Lusengebiet in warme Grüntöne erscheinen. Vor uns breitete sich ein Waldmeer des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes aus, das uns förmlich zu Füßen lag.

 

Geweckt wurden wir von Sonnenstrahlen, Tannenrauschen und Vogelstimmen - welch ein Tagesauftakt.
Es solte nicht das letzte schöne Erlebnis für diesen und die kommenden Tage sein.

 

An diesem Tag wurden wir zu "Wipfelstürmern"

... am Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau. Von einem Waldführer wurden wir auf dem 1,3 km langen und spannenden Baumwipfel-Rundweg begleitet, der uns interessante und spannende Infos rund um das Thema Wald gab. Wir erlebten ganz neue Eindrücke aus bis zu 44 Metern Höhe. Auf dem Weg zum "Wipfel" fanden sich für Mutige zahlreiche Erlebniselemente, wie Seil-, Wackelbrücken und Balancierbalken.

 

Wer mehr über den "Baumturm" bzw. "das Baum-Ei" erfahren möchte >> klickt hier

Weitere Infos gibt es auch hier zum Weiterlesen

Am nächsten Tag schien schon wieder die Sonne, obwohl der Wetterbericht etwas anderes voraussagte.
Wir packten neben Sonnenmilch noch unsere Regenjacken und -schirme ein und ab ging es in die Urwälder. Diese Tour bot gleich mehrere Höhepunkte:

Zwei Urwaldgebiete: "Watzlik-Hain" mit seiner rund 600-Jahre-alten-Tanne sowie der "Urwald Mittelsteighütte". Rauschende Wasser, ehemalige Triftkanäle und eine urig-gemütliche Einkehre beim "Schwellhäusle".

 

 

Von der Tour zurück, nahmen wir noch ein Sonnenbad am hoteleigenen Pool bevor uns der Chef selbst und Koch des Hauses mit seinen kulinarischen Köstlichkeiten einen wundervollen Tagesabschluss bereitete..

 

Tagsdrauf ging es, bei etwas Wolken verhangenem Himmel, zum Hochmoorkomplex Klosterfilz und Großer Filz

Teils auf Bohlenwegen durch die mystischen Moore und natürlichen Wäldern.

 

Gg. Mittag zeigte sich sogar die Sonne wieder und wir konnten auf Bohlen sitzend, die eine oder andere Orchidee bewundern oder dem Tanz von vielen Schmetterlingen über mannsgroße Distelarten folgen...

 

 

Inzwischen war es schon Donnerstag

Es waren Unwetter ab dem Mittag angesagt. Egal, wir fuhren in den Nationalpark Falkenstein - zum Haus zur Wildnis.
Dort gab es für alle Fälle Unterschlupfmöglichkeiten. Auch hier hatten wir tolles Wanderwetter.

 

Noch einmal erklommen wir einen Aussichtsturm ...

 

 

Zum einen, um wenigstens einen der drei noch dort lebenden Wölfe zu sichten.

Einen davon sahen wir, der völlig entspannt in der Sonne lag und sein Fell pflegte. Kurz drauf verschwand er wieder auf leisen Pfoten im dichten Wald...

 

 

... zum anderen wollten wir nach Tannenzapfen sehen,

ob und welche Fraßspuren sich vielleicht daran zeigten.
Entdeckt haben wir wunderschöne Misteln (Zauberkraut zum Küssen und Heilen) - zum Greifen nahe; wenn da nicht die Höhe gewesen wäre.

 

Verbreitet wird die Mistel durch Vögel, die in klebrigen Beeren verborgene Keimlinge mit ihren Schnäbeln an Ästen abwetzen oder nach dem Verzehr ausscheiden.

Gg. 15:00 Uhr traten wir die Rückfahrt zum Hotel an, denn dort wartete unser Verwöhnprogramm mit ayurwedischen Anwendungen auf uns. Anschließend schwebten wir beide auf Wolke 7 - unter echter Sonne am Pool. Erst in der Nacht kam der lang angekündigte Regen.

 

Am Freitag gab es die letzte Rund-Wanderung

Wir starteten beim Bergdorf "Waldhäuser", dem höchstgelegenen Dorf im Bayerischen Wald. Von dort ging es bergab zur "Martinsklause", einem idyllisch gelegenen Stausee...

 

Anschließend zurück zum Dorf, um dann durch einen leicht afrikanisch angehauchten Skulpturenpark, zurück zum Ausgangspunkt zu kommen. Kaum waren wir mit Schuhe wechsel fertig, öffnete der Himmel seine Schleusen...

 

Am Samstag erkundeten wir unseren Aufenthaltsort Zwiesel

Wir machten uns auf die Suche zum Weißwurst-Äqudator-Denkmal, Schmankerl-Pavillon und Kristallglas-Pyramide.

 

 

Waldmuseum, unterirdische Gänge sowie andere Indoor-Sehenswürdigkeiten waren leider Corona bedingt geschlossen, wie so vieles andere auch. Der Ort wirkte auf uns, außerhalb der regulären Öffnungszeiten, etwas verlassen. Viele kleine, aber auch größere Geschäfte haben (den Lock-Down) nicht überlebt. Der strömende Regen unterstrich die traurige Stimmung...

Der Tag endete dennoch erfreulich - mit einem letzten Sonnenbad auf der Hotel-Terrasse bei atemberaubenden Ausblick.
Detail-Infos im Hotelfilm: >>>

Ein letztes Mal blickten wir über das Waldmeer des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes.

Unsere Akkus sind nun wieder aufgeladen bis zum nächsten Urlaub sowie für die Fahrt nach Hause. Dort sollen die Wetteraussichten in den nächsten Tagen auch wieder besser werden. Ob uns der Wettergott ebenfalls so gnädig sein wird?

 

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