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Teilnahme am GEO-Tag der Artenvielfalt am 16. Juni 2012

100 Experten unterwegs...

Der 14. GEO-Tag der Artenvielfalt begann mit einer Auftaktveranstaltung am Freitagabend, gefolgt von einem leckeren Abendessen am Chateau de Fleckenstein - Pétit Fleck im französischen Teil des Biosphärenreservates (Nordvogesen/ Elsaß). Der GEO-Tag war eine grenz-überschreitende Aktion im deutsch-französischen Grenzland zwischen Pfälzerwald und Nordvogesen mit französischen und deutschen Experten. Die Aufgabe: innerhalb von 24 Stunden in einem selbst festgelegten Gebiet möglichst viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu entdecken.

Wer an Detail-Infos, sowie Zahlen, Daten, Fakten, Hintergrund rund um das Projekt interessiert ist, dem empfehle ich den interessanten Bericht von >> GEO.de

Eine wunderschöne stimmungsvolle Reportage zu diesem Tag schrieb hierzu >> Jürgen Broschart

Und so sieht ein Besucher- und Experten-Programm (pdf-download) in den Untersuchungsgebieten für diesen Tag aus.

Einige der Aktivitäten waren für mich sehr interessant, da man diese sonst so nicht ohne weiteres miterleben und die Experten begleiten kann, wie z.B. bei/m

- Nachtfalter-Exkursion mit Leuchtturm
- Morgensparziergang mit dem Orthopterologen ("Heuschrecken-Experten")
- Elektro-Fischen
- Höhlen-Exkursion.

Ein besonderes Erlebnis für mich war, den bekannten Naturfotografen Ingo Arndt bei seiner Arbeit als GEO-Fotograf zu sehen. Zufälligerweise war er beim Leuchten am Abend und auf der Trockenwiese am nächsten Morgen mit dabei, um die Experten bei Ihren Aktivitäten zu fotografieren. Ich kann nur sagen, dass seine Arbeit das unterstreicht, was ich auch immer wieder feststelle: ohne gute Planung und ohne Hintergrundwissen enstehen keine guten Bilder. "Ohne Fleiß kein Preis" hat sich auch hier wieder bestätigt.

Bei meinen fotografischen Aktivitäten habe ich mich im wesentlichen wieder der Feld-Studio-Technik bedient - diesmal an Arten, die ich sonst ja nicht so einfach zu Gesicht bekomme. Die Galerie zeigt einen kleinen Ausschnitt der Ergebnisse.

Nachtfalter
Wunderschöne Tiere - und es ist wirklich verwunderlich, warum sie eigentlich so schön sind. Sieht doch bei Nacht keiner, denke ich. Aber es gibt etliche Nachtfalter die auch am Tag und/oder in der Dämmerung fliegen. Das Argument, dass Tagfalter bunt und schön sind, Nachtfalter hingegen grau, unscheinbar und hässlich, kann nicht als allgemeine Regel geltend gemacht werden. Einige Nachtfalter verfügen mitunter doch über kräftige Farben und wunderschöne Flügelzeichnungen. Durch das helle Licht im Leuchturm wurden auch tagaktive Tiere wie der Warzenbeißer oder der Dickkopffalter angezogen und somit sichtbar.

Vielen Dank an Michael Ochse für dieses spannende und zugleich faszinierende Entdeckungsreise in der Nacht. Der einzige Nachteil: man kommt sehr spät oder früh ins Bett.

Heuschrecken auf der Wiese
das war das Thema am nächsten Morgen. Treffpunkt 8 Uhr in der Wappenschmiede, schnelles Frühstück und dann ging es los, schließlich sollte das Alles ja kein Vergnügen werden. Aber Spaß hat es doch gemacht und Alban Pfeifer war sehr kooperativ und effektiv beim Auffinden der Fotomodelle.

Elektro-Fischen
Nachdem ich (endlich) Sascha Schleich und Thomas Schmidt am Bachlauf des "Eppenbrunner Bachs" innerhalb des Bestimmungsgebiets gefunden hatte, wurde schnell das Aquarium aufgebaut, um die Aufnahmen zu machen - denn die beiden hatten schon einige Fische gefangen. Ich hatte das Wasser extra gekühlt, um die Fische nicht unnötig zu belasten. Leider war es an diesem Morgen so schwül, dass die Luftfeuchtigkeit auf der kalten Scheibenoberfläche kondensierte und dadurch ein - diesmal unerwünschter - Weichmachereffekt entstand. Von daher nur zwei Bilder von dieser Aktion. Vielen Dank an die Beiden und auch hier gilt: weitermachen!

Höhlen-Exkursion
stand als nächstes auf meinem Programm. Sie wurde von Dieter Weber durchgeführt, der uns in einen Stollen begleitete. Zwei GEO-Fotografen waren ebenfalls anwesend, was zu sehr interessanten Gesprächen führte, auch nach der Exkursion. In der Höhle war es kühl und feucht - darauf waren wir gut vorbereitet. Die Tiere sind relativ klein, dafür auch sehr ruhig. Jedenfalls haben sich meine "Models" auf der Makrolon-Hohlkehle nach anfänglicher Unruhe so wohl gefühlt, daß ich sie hinterher wieder umsetzen lassen musste. Leider gelang es uns nicht, die berühmte Höhlenspinne zu finden - ein Grund, noch einmal wieder zu kommen.

Am Abend gab es dann eine Abschlußveranstaltung, auf der die Experten zu ihrer jeweiligen Artengruppe Auskunft über Beobachtungen und die gefundenen Arten machten, gefolgt von einem guten Pfälzer Buffet. Was will man mehr?

Dirk Funhoff

 
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